Zunftstube der Narro-Altfischerzunft 1386 Mehrere Stadt

Zunftstube der Narro-Altfischerzunft 1386

Mehrere Stadt – Schweizer Seite

Im schmucken, 1609 erbauten Haus, mitten in der Altstadt auf der schweizerischen Seite, ist auch die 1750 urkundlich erwähnte Taverne „zum Schiff“ untergebracht. 1978 erwarb der Museumsverein das Gebäude und richtete darin ein Museum ein. Hier werden nebst einer ortsgeschichtlichen Dauerausstellung alljährlich eine Wechselausstellung mit Bezug zur älteren und auch neueren Geschichte des Fricktals und des südlichen Schwarzwaldes gezeigt.Die Narro-Alt-Fischerzunft 1386, der mehreren Stadt(*) war schon längere Zeit auf der Suche nach einer geeigneten Räumlichkeit um eine eigene Zunftstube einzurichten. Da ergab sich eine gute Gelegenheit sich mit dem Museumsverein zu arrangieren und den hinteren Raum der Gaststube als Zunftstube einzurichten. 1983 war der grosse Moment da und die Zunft konnte ein kleines Bijou in „Beschlag“ nehmen und der Öffentlichkeit vorstellen.  P1040273-1
P1040278-1 Die Einrichtung wurde eigens für diesen Raum geschaffen. Insbesondere die eingebauten Schränke und Stühle wurden von unserem Zunftfreund und berühmten Laufenburger Bildhauer Erwin Rehmann entworfen. Die Ausführung besorgte unser Ehrenzunftbruder und Schreinermeister Rudolf Weiss. Die Firma Heinz Schild AG in Brienz, führte die Schnitzereien nach den Vorlagen von Erwin Rehmann aus. Die Schnitzereien stellen unser Brauchtum dar. Hauptsächlich die Tschättermusik, das Narrolaufen und die Szene der Vereidigung eines Zunftbruders. Die Stühle sind im Eigentum der einzelnen Zunftbrüder, dessen Namen und Familienwappen auf der Vorderseite der Rückenlehne eingeschnitzt ist, auf der Rückseite zeigen sie dessen Eigenschaften, Beruf oder Freizeitbeschäftigung.In den Vitrinen sind Exponate der Zunft zu besichtigen. In der grossen Vitrine ist ein älteres Narrokleid mit Larve aus dem 19. Jh. und im kleinen Schaukasten das Zunftbanner zu sehen. Der Totenkopf in der dreiteiligen Vitrine, das wichtigste Ausstellungsstück, vor dem jeder neue Zunftbruder sein Gelöbnis ablegt, der Zunft bis ans selige Ende anzugehören. Dazu beachte die Inschrift auf der Schranktüre.Nachdem seit 2011 leider kein Wirt mehr gefunden wurde, der die Taverne als öffentliche Gaststube betreibt, kam die Zunft mit dem Museumsverein in Vereinbarung, dass sie die gesamte Gaststube als Zunftstube nutzt.
(*) Die Begriffe „mehrere Stadt“ oder „mindere Stadt“ kommen noch aus der vornapoleonischen Zeit da beide Teile noch vereint waren. Damals wurden die beiden Stadteile so genannt weil der linksrheinische Teil grösser und daher bevölkerungsreicher und der rechtsrheinische kleiner und daher „minder“ in der Bevölkerungszahl war. Genauso wie sich die beiden Altstadtteile heute noch präsentieren. Noch bis Mitte des 20 Jahrhundert wurde der badische Teil, der seit 1803 geteilten Stadt, „Klein Laufenburg“ genannt.