Brauchtumsunterricht zum Anfassen für den Nachwuchs von Schulen und Kindergärten

2. Faiße

Die Zunftbrüder Markus Rebholz und Jochen Duttlinger konnten die dritten Klassen der Hebelschule nacheinander zu Gast in der Zunftstube im Haus Mariagrün zum Brauchtumsunterricht begrüßen. Bei sonnig-warmen Wetter legten zwei Klassen aus Rhina den Weg in die Altstadt zu Fuß zurück, während es für eine weitere Klasse aus Luttingen Fahrgemeinschaften der Eltern gab.Nach einem dreifach-kräftigen Narri-Narro zur Begrüßung erfuhren die Schüler einiges über Laufenburg, den Salmfang und natürlich die Laufenburger Fasnacht. Besondere Freude hatten die Kinder an der Larve, die genau inspiziert und auch probiert werden durfte. Gleich zwei Mal waren die Kinder gefordert, als es um die zwei für Laufenburg wesentlichen Fasnachtsbräuche ging. Hochkonzentriert übten alle Kinder mit richtigen Tschättereisen gemeinsam den Takt der Laufenburger Tschättermusik, um für das nachmittagliche Kindertschättern bestens vorbereitet zu sein. Erklärt und kräftig geübt wurden die Laufenburger Narrensprüche. Diese sollte ein Kind auch kennen, wenn es am traditionellen Narrolaufen Wurst, Wecken und Orangen ergattern möchte. Verkleidet spielten die Kinder die in den Sprüchen vorkommenden Figuren wie den Hansele, den Narro-Chridewiiß, den Bogeschütz oder auch den Fricker Seppli nach. Zum Abschluss wurden die Kinder aus dem Auswerfsack mit Süßigkeiten für das lautstarke Aufsagen von Narrensprüchle belohnt.Den restlichen Morgen verbrachten die Kinder weiterhin in der Altstadt bei einer Stadtralley.

„Früh übt sich, wer ein Meister werden will“ gilt auch für die Fasnacht. Denn wenn jemand wissen sollte, was die Besonderheit an der Laufenburger Fasnacht ist, dann ist dies auch der jüngste Nachwuchs.
Anfänglich war nur leise von den drei- bis sechsjährigen Kindern des Kindergarten Rappenstein ein Narri-Narro zu hören. Gespannt lauschten die Kinder der Legende des Laufenburger Gwändle, erzählt von Zunftbruder Markus Rebholz, bestaunten auf einem großen Bild die Stromschnellen aus früheren Zeiten und wussten gleich, dass der Laufenburger Fisch (Lachs oder Salm) etwas ganz Besonderes, aber auch sehr Wichtiges für Laufenburg sein musste.
Aufmerksam blickten die Kinder auf die Holzlarve, die Zunftbruder Henning Mönig mitgebracht hatte. Jedes Kind konnte hinter die Maske schauen, der ein oder andere berührte auch das geschnitzte Innere, ganz mutige streiften kurz die Larve über das Gesicht. Maskieren gehört zur Fasnacht und ist nichts, vor dem man Angst haben muss.
Nicht jedem Kind war die Lautstärker der gemeinsam geübten Tschättermusik geheuer. Die einen mehr, die anderen weniger fest schlugen die Kinder auf die Tschättereisen. Schon bald war der Takt der Laufenburger Tschättermusik zu erkennen. Und auch mit einigen Narrensprüchle überraschten die Kinder die zwei Narronen. Gemeinsam wurden die Narrensprüchle mehrfach geübt. Auf das „… kleppern die Schuh“ trampelte die gesamte Kinderschar fest auf den Boden. Für das gemeinsame Aufsagen der Narrensprüchle bekam jedes Kind aus der Hand von Henning Mönig eine kleine süße Belohnung.